Adventskalender 2020

Dank großzügiger Unterstützung von 58 Sponsoren kann der Jenaer Kirchbauverein e.V. 2020 bereits zum fünften Mal einen Adventskalender herausgeben.

 

In diesem Jahr mit 84 Preisen im Gesamtwert von ca. 6.000 €.

 

Der Reinerlös aus dem Kalenderverkauf ist für die Unterstützung von Sanierungsarbeiten an Dorfkirchen im Kirchenkreis Jena bestimmt.

mehr lesen

Kirche in Altengönna

Außenansicht der Altengönnaer Kirche, 2020
Außenansicht der Altengönnaer Kirche, 2020
Festtagsseite des Flügelaltars mit Mondsichel-Madonna als zentrale Figur, Paulus mit Schwert und Petrus mit Schlüssel
Festtagsseite des Flügelaltars mit Mondsichel-Madonna als zentrale Figur, Paulus mit Schwert und Petrus mit Schlüssel
Predella des Flügelaltars, im Mittelteil Anna selbdritt: Maria mit dem Jesuskind und ihre Mutter, die heilige Anna
Predella des Flügelaltars, im Mittelteil Anna selbdritt: Maria mit dem Jesuskind und ihre Mutter, die heilige Anna

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Die Dörfer Altengönna und Rödigen gehörten zur Kommende Lehesten des Deutschritterordens. Das noch erhaltene Sakramentshäuschen im hinteren Altarraum weist auf eine Entstehung der Kirche noch zu katholischer Zeit hin. Erst ab 1540 wurde sie evangelisch. Die Kirche selbst hat vermutlich mehrere Umbauten erfahren, die sich an zugemauerten Fenstern und Türen (Nordseite) oder wiederverwendeten Bauteilen (Konsolköpfe) sowie durch Dokumente aus der Turmkugel erschließen lassen.

Im Jahre 1691 wurde laut einer Urkunde „die alte baufällige Kirche von Grund aus hinweg gerissen, und darauf eodem (ebendort) anno diese gegenwärtige Kirche von Grunde auß wiederumb neue aufgebauet“. Der Taufstein gehört zum ältesten Inventar der Kirche und kann schon zu einer Vorgängerkirche noch vor 1500 gehört haben. Auffällig sind zwei Grabplatten. Die eine dient inzwischen als Altarstufe und war dem Pfarrer Adam Reinhardt (tätig 1552 – 1579) gewidmet.  Die andere, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, war in den Boden eingelassen und ist deshalb unleserlich, steht heute im Eingangsbereich. Auf ihr war ein griechisches Kreuz zu sehen; ein Hinweis auf das Deutsche Ordenskreuz (Zwätzen: Komtur der Ballei Thüringen).

 

Innenausstattung

In früheren Zeiten war, wie in vielen unserer Kirchen, hinter dem Altar eine Altarwand eingebaut. Die zur Kirche gehörende Kanzel ist barock und stand auf einer gewundenen Säule. Zu verschiedenen Zeiten kamen verschiedene Ausstattungen hinzu: eine Christusfigur unbekannter Herkunft, ein Lutherbild aus Gips sowie verschiedene Bemalungen. Aus etwa derselben Zeit wie das Sakramentshäuschen stammt der wertvolle Schnitzaltar (ca. 1512 - 1515), über dessen Künstler und Herkunft leider nichts bekannt ist. Er könnte, Recherchen des früheren Pfarrers Daniel Pasche zufolge, aus der Nähe des Harzes stammen. Im Zentrum des Schnitzaltares steht die Mondsichel-Madonna, in der Predella eine anmutige Darstellung von Anna mit Maria und dem Jesuskind; darunter die Inschrift: hilf du heilige frowe s. anna salp dritt.

 

Restaurierung

Der Kirchturm musste wegen Einsturzgefahr 1988 abgerissen werden. Von 1990 bis 1995 erfolgte der Wiederaufbau von Turm und Schiff, Erneuerung von Fenstern und Fußboden, eine Innensanierung sowie der Einbau einer elektrischen Läuteanlage. Die Nordseite der Kirche wurde 1992 wieder bis auf Fußbodenniveau freigelegt. Der, zusammen mit Kanzel und Orgel, ausgelagerte Altar wurde restauriert und 1995 wieder eingebaut. Leider sind Orgel und Kanzel nach wie vor ausgelagert, da für ihre Restaurierung das nötige Geld fehlt.

 

Text: Christiane Geßner

Fotos: Günter Widiger


Unterstützung der Kirchenstiftung bei besonderer Michaelsbegegnung

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck bei  seiner Festrede in der Stadtkirche. Foto: Kirchenstiftung
Alt-Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Festrede in der Stadtkirche. Foto: Kirchenstiftung

Nun schon zum 11. Mal konnte die Kirchenstiftung St. Michael eine Michaelsbegegnung ausrichten. In diesem Jahr war alles außergewöhnlich und anders als je zuvor.

 

Zunächst war es eine besondere Ehre und Auszeichnung, dass Bundespräsident a.D. Joachim Gauck als Ehrengast und Festredner teilnahm.

 

Lesen Sie, was an diesem Abend noch Besonders war auf der >>> Homepage der Kirchenstiftung.

"FRITZ KÖRNER - BUNTES LICHT“ - Austellungseröffnung

Download
Flyer zur Austellung
Flyer-Körner-Ausstellung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.4 MB

Sonntag, 11. Oktober um 11:00

Stadtkirche St. Michael


Die Ausstellung zeigt Entwurfszeichnungen des bekannten Jenaer Glaskünstlers für Kirchenfenster in Jena und Thüringen sowie Fotos und Dokumente aus dem Nachlass Fritz Körners (1888-1955), der in Jena u.a. die Chorfenster in der Stadt- und der Friedenskirche sowie Fenster im historischen Rathaus geschaffen hat.

 

Mit der Ausstellung verbunden ist die Freischaltung des digitalen Bestandsverzeichnisses des Nachlasses von Fritz Körner im Thüringer Archivportal, der mit finanzieller Unterstützung des Jenaer Kirchbauvereins erschlossen wurde. Der Nachlass selbst wird seit 2019 im Landeskirchenarchiv Eisenach verwahrt.

 

Exklusiv veröffentlichen wir einige Entwürfe sowie ein mit "künstlicher Intelligenz" koloriertes s/w Bild der Familie Körner vorab. Klicken Sie auf die Bilder, um mehr zu erfahren.

 

Um den Corona-AHA-Regeln gerecht zu werden, bitten wir darum, Ihre Teilnahme an der Vernissage per E-Mail an superintendentur@kirchenkreis-jena.de anzuzeigen.


Facebookseite des KBV verbindet Menschen aus der ganzen Welt

 

 

Unser Bericht über die Kirche in Kötschau, der auch auf unserer >>> Facebookseite geteilt wurde, hat große Freude am "anderen Ende der Welt" hervorgerufen.

 

Ist das nicht schön?

 

Greetings to Down-Under :-)

10.000 Euro für die Dorfkirchen - Spendentrichter geleert

Thomas Schütze und Thomas Haueisen von der Sparkasse Otto Haueis, Franz-Ferdinand von Falkenhausen und Wolfgang Zitzmann vom Kirchbauverein (v.l.) lassen die Münzen rollen
Thomas Schütze und Thomas Haueisen von der Sparkasse Otto Haueis, Franz-Ferdinand von Falkenhausen und Wolfgang Zitzmann vom Kirchbauverein (v.l.) lassen die Münzen rollen

Zitat aus OTZ 22.9.2020

"Etwas mehr als 10.000 sammelte der Spendentrichter seit 2013 für den Jenaer Kirchbauverein ein.

 

Am 21. September wurde er das zweite Mail in diesem Jahr geleert. Die Münzen werden jetzt von einer externen Firma gezählt, bei der Leerung im Februar kamen immerhin 1236 Euro zusammen. Ersten, groben Schätzungen zufolge sollen es jetzt mehr als 800 Euro sein.

 

Mit dem Geld wurden Sanierungsprojekte in den Dorfkirchen im Kirchenkreis Jena unterstützt, so zum Beispiel in Münchenroda, Zimmritz, Isserstedt, Leutra und Ziegenhain. Von 2014 bis heute hat der Kirchbauverein die Projekte mit 23 Fördermaßnahmen unterstützt. Dabei wurden 96.000 Euro eingesetzt." Text und Bild: Thorsten Büker

Dank für großartige Unterstützung

Für unser Buchprojekt aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des KBV „Gotteshäuser im Kirchenkreis Jena“ erfahren wir großartige Unterstützung durch Pfarrer Günter Widiger. Moderne professionelle Fototechnik erlaubt einmalige und hochaufgelöste Bilder von Kirchen. Aus völlig neuen Perspektiven entstehen sowohl Innenaufnahmen, besonders auch von Orgeln und seltenen Inventarstücken, als auch Außenaufnahmen von Kirchen, die aufgrund der besonderen Bausituation mit herkömmlichen Techniken als „nicht fotografierbar“ galten. Im Bild sehen wir ihn bei einem Drohnenflug für ein Foto der Gerhard-Orgel in der Ziegenhainer Kirche. Die Jugend verfolgt interessiert diese Aktion.


Kirche in Kötschau

Kirche mit Teil des Friedhofs
Kirche mit Teil des Friedhofs
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

In einer Kaiserurkunde des Jahres 1183 wird bestätigt, dass dem Kloster Altzelle bei Meißen zwei Hufen in dem Dorf Kötscbau übergeben worden sind. Die Kapelle des Ortes wird 1259 ausdrücklich erwähnt. 

Der größte Teil der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Damals lebte im Kötschauer Gut die Familie von Lynker. Wahrscheinlich haben sie großen Einfluss auf die Gestaltung der Kirche gehabt. Die klassizistische Ausmalung kam Ende des 18. Jahrhunderts in die Kirche. Der barocke Kanzelaltar ist mit Ähren und Weintrauben verziert. Man findet auch die typischen Palmwedel rechts und links neben der Kanzel. Über der Kanzel ist das Auge Gottes zu sehen. In besonderer Weise ist das Abendmahl in Form des Sakramentshäuschens und der Bemalung präsent. Zudem bekamen die Gemeinden Hohlstedt und Kötschau 1634 einen Kelch und eine Patene (Silber vergoldet) geschenkt. Der Kelch trägt die Aufschrift: "Herr Bernhardt Herzogk zu Sachsen Julich Cleve und Bergk etc. hat den Gotteshäuseren Holstedt und Kötzschau diesen Kelch verehret den 7 January Ao 1634".

Durch eine Fliegerbombe wurden am 24. März 1944 die Dächer des Ortes beschädigt, auch das der Kirche. Erst zu Beginn der 1950er Jahre wurde ein großes Loch im Dach geschlossen.

 

Innenausstattung

Anzunehmen ist, dass der spätmittelalterliche Taufstein und der Sakramentsschrein aus der mittelalterlichen Kirche stammen. Der Korpus vom Kreuz in der Winterkirche stammt von der Künstlerin Elly Viola Nahmacher. Die Glocke wurde von der Fa. Schilling, Apolda 1884 gegossen.

Künstlerisch bedeutend ist außerdem die Orgel von Johann A. Christoph Gerhard, errichtet im Jahre 1824. Das Orgelprospekt fiel 1917 dem 1. Weltkrieg zum Opfer.

 

Restaurierung

Als erster Schritt der Renovierung wurde Ende der 1990iger Jahre eine Drainage um die gesamte Kirche gelegt. Danach konnte die alte Winterkirche vergrößert werden, über der Raumdecke wurde ein Podest eingebaut. Durch diese Maßnahme dominiert die Loge der Gutsbesitzerfamilie nicht mehr so stark den Kirchenraum. 

Durch das zerstörte Dach und die eindringende Feuchtigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich unbemerkt der Hausschwamm ausgebreitet. Im Laufe der Jahre verpilzten Verputz und Teile der Empore. Das machte es nötig, dass im Jahre 2000 und danach ein großer Teil des Putzes erneuert, der Hausschwamm bekämpft und die Emporen restauriert werden mussten. Die Arbeiten wurden von engagierten Gemeindegliedern, Fachfirmen und einem Restaurator ausgeführt. Die Erneuerung des Orgelprospektes im Jahre 2018 war der vorläufige Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Kötschauer Kirche.

Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 4.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Foto der Sakramentnische: Volker Bachmann

Andere Fotos: Gerhard Jahreis


Dreifaltigkeitskirche in Burgau

Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die  Poppe-Orgel von 1796.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die Poppe-Orgel von 1796.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Die einschiffige Kirche wurde von 1701 bis 1703 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der Stifter war Friedrich von Kospoth (1630-1701), Pächter des Kammergutes Burgau. Er starb 1701, im gleichen Jahr, in dem er den Grundstein für die Kirche gelegt hatte. Seine Ehefrau Johanna Sophia führte den Bau zu Ende. Am 23. Oktober 1703 wurde die Kirche durch den Jenaer Superintendenten Michael Zulichen geweiht. Der mumifizierte Leichnam Friedrich von Kospoths war vorher in der Krypta unter dem Altarraum beigesetzt worden.

Um 1880 wurde das Kircheninnere verändert: Der helle Farbanstrich an den Wänden wurde durch braungraue Steinimitationen ersetzt. Kanzelaltar und Orgelprospekt erhielten Farbfassungen in Form von Holzimitationen. 

 

Innenausstattung

Der acht Meter hohe Kanzelaltar ist das eindrucksvollste Ausstattungsstück. Auf der Westempore befindet sich die Orgel, die 1796 vom Orgelbauer Christian Friedrich Poppe (1751-1812) aus Stadtroda errichtet wurde. Sie besitzt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Über dem Taufstein von 1798 schwebt ein barocker Taufengel. Chorraum und Teile des Kirchenschiffs ziert ein historischer Mosaikfußboden. Zur wertvollen Ausstattung zählt auch das Epitaph für Friedrich von Kospoth an der Nordwand im Altarraum, das noch der Restaurierung bedarf.

 

Restaurierung

Als Folge massiver Bauschäden drohte Anfang der 1990er Jahre der Turm auf das Kirchenschiff zu stürzen. Umfangreiche Stabilisierungsarbeiten für Turm und Tragwerk des Kirchendachs dauerten bis 1998. In der ersten Dekade der 2000er Jahren erhielt der Innenraum wieder sein ursprüngliches barockes Aussehen mit hellbeigen Farben an Wänden und Decke sowie Vergoldungen an den Säulenkapitellen. Auch Kanzelaltar, Taufengel und Orgelprospekt wurden auf ihr barockes Aussehen zurückgeführt. Anstelle der Bänke im Kirchenschiff trat eine variable Bestuhlung. Der historische Mosaikfußboden wurde saniert und grundhaft gereinigt. Für die Restaurierung der wertvollen Poppe-Orgel liegen Gutachten und Kostenangebote vor. Aufgrund ihrer guten Akustik soll die Kirche zukünftig verstärkt auch als Konzertkirche genutzt werden.

 

Dass das Kircheninnere wieder im alten Glanz erstrahlt, ist wesentlich der großzügigen finanziellen Unterstützung durch eine Mäzenin aus Bayern zu danken, die als Kind in Burgau lebte. Für ihre langjährige Unterstützung sind ihr die Mitglieder der Bonhoeffergemeinde sehr dankbar.

Aber auch der Kirchbauverein konnte mit 1.200€ unterstützen.

 

Text und Fotos:  Traugott Keßler


Kirche „Auferstehung Christi“ in Drackendorf

Drackendorfer Kirche von Nordwesten, im Vordergrund der Friedhof mit historischen Gräbern der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf
Drackendorfer Kirche von Nordwesten, im Vordergrund der Friedhof mit historischen Gräbern der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf
Chorraum mit Altar und historischen Grabplatten, rechts oben die kleine Orgel
Chorraum mit Altar und historischen Grabplatten, rechts oben die kleine Orgel
Das mit Eierstabmotiven geschmückte Eingangsportal (17. Jh.)  an der Südseite der Drackendorfer Kirche
Das mit Eierstabmotiven geschmückte Eingangsportal (17. Jh.) an der Südseite der Drackendorfer Kirche

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Drackendorf liegt am Rande des neuen Siedlungsgebietes Lobeda zwischen Lobdeburg und Einsiedlerberg. Mitte des 16. Jh. hat sich Drackendorf von der Urpfarrei Lobeda gelöst und wurde zusammen mit Rabis selbständige Parochie. Heute gehört es wieder zum Gemeindeverband Lobeda.

Der Ursprung der Kirche „Auferstehung Christi“ reicht bis in die romanische Zeit zurück. Aus der Gotik ist der Chor erhalten, allerdings ohne Gewölbe und ohne Maßwerk in den Fenstern. Das Langhaus, der Südanbau für den Herrschaftsstuhl (heute befindet sich dort die kleine Orgel) und der geschlossene achteckige Turmaufbau mit hoher Schweifkuppel und Laterne wurden laut Bauinschriften über den Türen 1653/1656 errichtet. Das an der Turmsüdseite mit Eierstabmotiven geschmückte Rundbogenportal aus dem 17. Jh. dient heute als Eingang in den Kircheninnenraum.

 

An der Nordseite der Kirche erinnern drei Gedenktafeln an die vielen Aufenthalte Goethes in Drackendorf bei der Familie Ziegesar, eine weitere Tafel an die Wirkungszeit des Vogelpastors Christian Ludwig Brehm, der von März bis Dezember 1812 als Pfarrer in Drackendorf tätig war. Nördlich der Kirche befinden sich die schlichten Gräber der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf. Außerdem gibt es drei Soldatengräber aus dem 1. und 2. Weltkrieg.

 

Innenausstattung

Chor linke Seite: Grabmale der Christiane Sophie von Ziegesar, geb. von Griesheim und der Amalie Christiane von Griesheim, geb. von Wolfersdorf. 

Chor rechte Seite: Grabsteine der beiden Pfarrer Johann Georg Thienemann (1711 – 1712) und Christian Eckhardt (1712 – 1727).

Orgel: um 1970 von Orgelbaumeister Günter Bahr aus Weimar gebaut, 1987 Wiederaufbau durch Wolfgang Nußbücker (Plau am See).

 

Restaurierung

1967: Entfernung von Bänken und Empore, Verlängerung der Fenster, Restaurierung Haupteingang, Vorbereitung der Gutsherrenloge als Orgelempore, neue Bestuhlung und Beleuchtung, schlichter Holzaltartisch.

1970-1990: Umbauten zur Nutzungserweiterung für das Neubaugebiet Lobeda: Erwerb von Taufstein und Kruzifix (hängend), beides aus Keramik von Heidi Manthey (HB Werkstätten für Keramik, Marwitz), Ausbesserung und Sicherung der Bleiglasfenster.

1996/97: Putzerneuerung bis zu 2 m Höhe, Drainage, neue Wandfarbe im gesamten Kirchenraum.

2015: neue Bestuhlung.

Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 1.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Fotos: Sabine Fricke


Kirche St. Barbara in Golmsdorf

St. Barbara-Kirche Golmsdorf Blick auf den Chorturm aus dem 15. Jh.
St. Barbara-Kirche Golmsdorf Blick auf den Chorturm aus dem 15. Jh.
Restaurierter Chorraum mit den Originalfarben an den Gewölberippen aus dem 15. Jh
Restaurierter Chorraum mit den Originalfarben an den Gewölberippen aus dem 15. Jh
Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten des Jenaer Glaskünstlers Fritz Körner aus dem Jahr 1935
Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten des Jenaer Glaskünstlers Fritz Körner aus dem Jahr 1935

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

In ihrer heutigen Form entstand die Kirche nach einem Umbau im Jahr 1685, nachzulesen auf der prächtigen Inschrift über dem Eingangsportal. Vom Vorgängerbau ist noch der Chorturm erhalten. Auch hier bei der einstigen Filialkirche von Beutnitz scheinen Stein- und Holzwerk aus einer Bauphase zu stammen. Die Hölzer des Fachwerkaufsatzes konnten auf das Jahr 1440 datiert werden. Die Stilmerkmale des Chorraumes - Kreuzrippengewölbe und Ostfenster sind ebenfalls diesem Zeitraum zuzuordnen. Zwei Urkunden aus den Jahren 1444 und 1445 verweisen auf eine Altarstiftung der Inkluse Elisabeth von Beutnitz für die Golmsdorfer Kirche.

Am Türgewände der Pforte auf der Nordseite des Chorraumes ist ein Steinmetzzeichen von Peter Heierliß zu entdecken. Sein Steinmetzzeichen ist auch an der Jenaer Stadtkirche, der Kirche in Ziegenhain und am Eingangsportal der Kirche "Unserer Lieben Frau" (Schillerkirche) zu finden.

 

Unter den wenigen alten Grabdenkmalen auf dem Kirchhof ragt ein Denkmal heraus. Es handelt sich hier um ein Frühwerk von Gottfried Semper, das dieser für seinen 1829 zusammen mit zwei Kommilitonen beim Überqueren der Saale bei Kunitz verunglückten Bruder Georg schuf.

 

Innenaustattung

Bemerkenswert ist die Gestaltung der Emporenbrüstungen mit Textstellen aus der Bibel. Diese Gestaltung verweist auf die von Herzog Johann Georg I. angestrebte Verbesserung der Bibelkenntnisse unter der Bevölkerung.

 

Im Rahmen der Renovierung 1935 schuf der Jenaer Glaskünstler Fritz Körner das Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten. Fritz Körner gestaltete eindrucksvolle Glasfenster in Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Privathäusern. Am bekanntesten sind die Fenster in der Jenaer Stadtkirche, der Friedenskirche und im Jenaer Rathaus.  

 

Restaurierung

Seit 2012 erfolgt durch die Aktivitäten des Kirchbauvereins Golmsdorf-Beutnitz e.V. eine schrittweise Sanierung. Bisher konnten realisiert werden: statische Sicherung, Sanierung des Holztragwerkes von Dach und Turm, Restaurierung der Glockenläuteanlage und des Chorraumes.

Diese Arbeiten konnten vom Kirchbauverein mit 15.800€ unterstützt werden.

 

Text und Bilder: Claudia Persch

Luftbild: Steffen Graupner


Homepage des KBV hilft Menschen zu verbinden

Was machen Menschen, wenn sie nach anderen Menschen suchen, von denen sie oft nur (noch) den Nachnamen kennen? Sie suchen im Internet.

 

So kürzlich geschehen mit zwei Namen, die auf unseren Spendenlisten stehen.

 

Einmal durch Zufall und einmal durch intensive Ermittlungen konnten wir zwei Menschen, die beim KBV angefragt hatten, helfen, den gewünschten Kontakt zu finden.

 

Da ging es zum einen um die Möglichkeit ein Bild für einen Nachruf in der Wikipedia zu bekommen, ein anderes Mal konnte eine in Kanada lebende Russin ihre deutsche Freundin, zu der der Kontakt 2007 abgerissen war, wiederfinden.

Ist das nicht schön? Unserer Homepage, den Spendern und Google sei Dank.

Mitgliederinformation 2020


Download
Mitgliederinformation 2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 5.0 MB

In all den zurückliegenden Jahren hat der KBV jeweils im Juni seine Mitgliederversammlung abgehalten und diese traditionell mit einer Kirchenfahrt verbunden.

 

Nach eingehender Erörterung der aktuellen Situation per Videokonferenz ist der Vorstand zu dem Entschluss gekommen, in diesem Jahr sowohl auf die Mitgliederversammlung als auch auf die Kirchenfahrt zu verzichten. Die Satzung lässt dies zu, sie schreibt eine Mitgliederversammlung nur alle 2 Jahre verpflichtend vor. Wir hoffen sehr, dass wir dann 2021 wiederum im Juni "normal" zusammenkommen können.

 

Damit aber dennoch über die Arbeit des Vorstandes und unsere Projekte transparent informiert wird, bieten wir in diesem Jahr den sonst üblichen Bericht des Vorstandes zum Download an.

 

Der von der WP-Gesellschaft KPMG geprüfte Jahresabschluss 2019 liegt ebenfalls vor und kann auf Anfrage allen Mitgliedern zugänglich gemacht werden.

Für Rückfragen steht der Vorstand jederzeit gern per E-Mail unter info@kirchbauverein-jena.de zur Verfügung.

 

Bitte bleiben Sie alle gesund.