Unterstützung für die kleinen Kirchen im Kirchenkreis Jena

Seit Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins konnten die kleinen Kirchen in und um Jena in über 80 Einzelprojekten mit über 400.000€ unterstützt werden. Unterhalb der tabellarischen Übersicht, in der die abgeschlossenen Maßnahmen aufgeführt sind, finden Sie ausführlichere Berichte zu den Projekten seit 2014.


Alle Projekte

Jahr

Kirche

Verwendung

2019

Zimmritz

Sanierung Tröbst-Orgel 2. Abschnitt

2018

Döbritschen

Sanierung Kirchendach

Winzerla

Restaurierung Altarwand

Stadtkirche

Nordseite, Beseitigung Grafitti und Schutzlack

Stadtkirche

Taubenvergrämung, Sanierungsarbeiten Turm

Golmsdorf

Körner-Ausstellung

Kötschau

Restaurierung Gerhardt-Orgel

Grosskröbitz

Fassadensanierung

Johannisfriedhof

Restaurierung Grabmale "Kreußler"

Großschwabhausen

Dachinstandsetzung

2017

Burgau

Projektspende lokaler Verein für Bauabschnitt Fußboden

Lutherhaus

Bestuhlung

Großlöbichau

Fassadensanierung

2016

Golmsdorf

Glocken

Milda

Glocken

Löbstedt

Anstrich Fassade

Melanchthonhaus

Fenstersanierung

2015

Zimmritz

Troebst-Orgel

Johannisfriedhof

Restaurierung Grablege Schulze

Isserstedt

Fussboden

Lutherhaus

Keller

Drackendorf

Dachrinne

Münchenroda

Dachsanierung

2014

Stadtkirche

Treppe innen für Bogenfeld

Kleinlöbichau

Rekonstruktion Orgelgehäuse

Oßmaritz

Orgel

Golmsdorf

Dachsicherung

2013

Cospeda

Orgel

Rothenstein

Dach 2. Bauabschnitt

Rothenstein

Dach 1. Bauabschnitt

Grosskröbitz

Baukostenzuschuss

2010

Nerkewitz

Dachsanierung

Lichtenhain

Außenwandmalereien

Lutherhaus

Spenden zweckgebunden für Sanierung Lutherhaus

Lutherhaus

Spenden zweckgebunden für Sanierung Lutherhaus

Lutherhaus

Kredit für energetische Sanierung Lutherhaus

Lutherhaus

Kreditrückzahlung für energetische Sanierung Lutherhaus

Lutherhaus

Zuschuss energetische Sanierung Lutherhaus

Jenaprießnitz

Sanierung Kirchenwestwand

2009

Lichtenhain

Außenwandmalereien

Kunitz

Glocken - 1

Kunitz

Glocken - 2

Isserstedt

Fenster, 2. Bauabschnitt

Melanchthonhaus

Baukostenzuschuss

Ölknitz

Baukostenzuschuss Innenraumsanierung

Lutherhaus

Baukostenzuschuss Fassadensanierung

Lutherhaus

Baukostenzuschuss

Lutherhaus

Baukostenzuschuss

2008

Cospeda

Baukostenzuschuss Kanzel

Vierzehnheiligen

Baukostenzuschuss aus Spende EUROVIA

Lichtenhain

Baukostenzuschuss

Lutherhaus

Baukostenzuschuss

Ammerbach

Baukostenzuschuss Turm

Niemöllerhaus

Baukostenzuschuss

Ammerbach

Baukostenzuschuss Läutewerk

Stiebritz

Baukostenzuschuss Dach

Lutherhaus

Zugang  Gemeindezentrum Lutherhaus

Göttern

Baukostenzuschuss

Cospeda

Baukostenzuschuss

2007

Drackendorf

Baukostenzuschuss Turm

Lutherhaus

Renoviergskonzept Lutherhaus

Lichtenhain

Baukostenzuschuss

Isserstedt

Baukostenzuschuss

Cospeda

Baukostenzuschuss

Neuengönna

Baukostenzuschuss aus Spende Dr. König

Zwätzen

Baukostenzuschuss

Jenaprießnitz

Baukostenzuschuss

Kunitz

Baukostenzuschuss Kirchmauer Westeingang

2006

Verschiedene Kirchen

Materialkosten für ABM's

Löbstedt

Bauzuschuss für Dachreparatur

Cospeda

Zuschuss Baumaßnahme

2005

Oßmaritz

Zuschuss Wandleuchte

Vierzehnheiligen

Zuschuss  Baumaßnahme

Closewitz

Zuschuss Baumaßnahme

2004

Zwätzen

Dendrochronologische Datierung der romanischen Tür und Truhe

Jenaprießnitz

Reparatur Dielenfußboden

Jenaprießnitz

Malerarbeiten

2003

Jenaprießnitz

Innenputz

2000

Cospeda

Schadbildaufnahme und -kartierung, Erarbeitung Sanierungskonzept und lfd. Baubetreuung

1999

Kunitz

Unterstützung Sanierungsarbeiten

Kunitz

Abriss- und Natursteinmaurerarbeiten an der Kirchhofmauer

 

 


Ausführliche Berichte

Kirche in Kötschau

Kirche mit Teil des Friedhofs
Kirche mit Teil des Friedhofs
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

In einer Kaiserurkunde des Jahres 1183 wird bestätigt, dass dem Kloster Altzelle bei Meißen zwei Hufen in dem Dorf Kötscbau übergeben worden sind. Die Kapelle des Ortes wird 1259 ausdrücklich erwähnt. 

Der größte Teil der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Damals lebte im Kötschauer Gut die Familie von Lynker. Wahrscheinlich haben sie großen Einfluss auf die Gestaltung der Kirche gehabt. Die klassizistische Ausmalung kam Ende des 18. Jahrhunderts in die Kirche. Der barocke Kanzelaltar ist mit Ähren und Weintrauben verziert. Man findet auch die typischen Palmwedel rechts und links neben der Kanzel. Über der Kanzel ist das Auge Gottes zu sehen. In besonderer Weise ist das Abendmahl in Form des Sakramentshäuschens und der Bemalung präsent. Zudem bekamen die Gemeinden Hohlstedt und Kötschau 1634 einen Kelch und eine Patene (Silber vergoldet) geschenkt. Der Kelch trägt die Aufschrift: "Herr Bernhardt Herzogk zu Sachsen Julich Cleve und Bergk etc. hat den Gotteshäuseren Holstedt und Kötzschau diesen Kelch verehret den 7 January Ao 1634".

Durch eine Fliegerbombe wurden am 24. März 1944 die Dächer des Ortes beschädigt, auch das der Kirche. Erst zu Beginn der 1950er Jahre wurde ein großes Loch im Dach geschlossen.

 

Innenausstattung

Anzunehmen ist, dass der spätmittelalterliche Taufstein und der Sakramentsschrein aus der mittelalterlichen Kirche stammen. Der Korpus vom Kreuz in der Winterkirche stammt von der Künstlerin Elly Viola Nahmacher. Die Glocke wurde von der Fa. Schilling, Apolda 1884 gegossen.

Künstlerisch bedeutend ist außerdem die Orgel von Johann A. Christoph Gerhard, errichtet im Jahre 1824. Das Orgelprospekt fiel 1917 dem 1. Weltkrieg zum Opfer.

 

Restaurierung

Als erster Schritt der Renovierung wurde Ende der 1990iger Jahre eine Drainage um die gesamte Kirche gelegt. Danach konnte die alte Winterkirche vergrößert werden, über der Raumdecke wurde ein Podest eingebaut. Durch diese Maßnahme dominiert die Loge der Gutsbesitzerfamilie nicht mehr so stark den Kirchenraum. 

Durch das zerstörte Dach und die eindringende Feuchtigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich unbemerkt der Hausschwamm ausgebreitet. Im Laufe der Jahre verpilzten Verputz und Teile der Empore. Das machte es nötig, dass im Jahre 2000 und danach ein großer Teil des Putzes erneuert, der Hausschwamm bekämpft und die Emporen restauriert werden mussten. Die Arbeiten wurden von engagierten Gemeindegliedern, Fachfirmen und einem Restaurator ausgeführt. Die Erneuerung des Orgelprospektes im Jahre 2018 war der vorläufige Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Kötschauer Kirche.

Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 4.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Foto der Sakramentnische: Volker Bachmann

Andere Fotos: Gerhard Jahreis


Dreifaltigkeitskirche in Burgau

Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die  Poppe-Orgel von 1796.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die Poppe-Orgel von 1796.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Die einschiffige Kirche wurde von 1701 bis 1703 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der Stifter war Friedrich von Kospoth (1630-1701), Pächter des Kammergutes Burgau. Er starb 1701, im gleichen Jahr, in dem er den Grundstein für die Kirche gelegt hatte. Seine Ehefrau Johanna Sophia führte den Bau zu Ende. Am 23. Oktober 1703 wurde die Kirche durch den Jenaer Superintendenten Michael Zulichen geweiht. Der mumifizierte Leichnam Friedrich von Kospoths war vorher in der Krypta unter dem Altarraum beigesetzt worden.

Um 1880 wurde das Kircheninnere verändert: Der helle Farbanstrich an den Wänden wurde durch braungraue Steinimitationen ersetzt. Kanzelaltar und Orgelprospekt erhielten Farbfassungen in Form von Holzimitationen. 

 

Innenausstattung

Der acht Meter hohe Kanzelaltar ist das eindrucksvollste Ausstattungsstück. Auf der Westempore befindet sich die Orgel, die 1796 vom Orgelbauer Christian Friedrich Poppe (1751-1812) aus Stadtroda errichtet wurde. Sie besitzt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Über dem Taufstein von 1798 schwebt ein barocker Taufengel. Chorraum und Teile des Kirchenschiffs ziert ein historischer Mosaikfußboden. Zur wertvollen Ausstattung zählt auch das Epitaph für Friedrich von Kospoth an der Nordwand im Altarraum, das noch der Restaurierung bedarf.

 

Restaurierung

Als Folge massiver Bauschäden drohte Anfang der 1990er Jahre der Turm auf das Kirchenschiff zu stürzen. Umfangreiche Stabilisierungsarbeiten für Turm und Tragwerk des Kirchendachs dauerten bis 1998. In der ersten Dekade der 2000er Jahren erhielt der Innenraum wieder sein ursprüngliches barockes Aussehen mit hellbeigen Farben an Wänden und Decke sowie Vergoldungen an den Säulenkapitellen. Auch Kanzelaltar, Taufengel und Orgelprospekt wurden auf ihr barockes Aussehen zurückgeführt. Anstelle der Bänke im Kirchenschiff trat eine variable Bestuhlung. Der historische Mosaikfußboden wurde saniert und grundhaft gereinigt. Für die Restaurierung der wertvollen Poppe-Orgel liegen Gutachten und Kostenangebote vor. Aufgrund ihrer guten Akustik soll die Kirche zukünftig verstärkt auch als Konzertkirche genutzt werden.

 

Dass das Kircheninnere wieder im alten Glanz erstrahlt, ist wesentlich der großzügigen finanziellen Unterstützung durch eine Mäzenin aus Bayern zu danken, die als Kind in Burgau lebte. Für ihre langjährige Unterstützung sind ihr die Mitglieder der Bonhoeffergemeinde sehr dankbar.

Aber auch der Kirchbauverein konnte mit 1.200€ unterstützen.

 

Text und Fotos:  Traugott Keßler


Kirche „Auferstehung Christi“ in Drackendorf

Drackendorfer Kirche von Nordwesten, im Vordergrund der Friedhof mit historischen Gräbern der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf
Drackendorfer Kirche von Nordwesten, im Vordergrund der Friedhof mit historischen Gräbern der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf
Chorraum mit Altar und historischen Grabplatten, rechts oben die kleine Orgel
Chorraum mit Altar und historischen Grabplatten, rechts oben die kleine Orgel
Das mit Eierstabmotiven geschmückte Eingangsportal (17. Jh.)  an der Südseite der Drackendorfer Kirche
Das mit Eierstabmotiven geschmückte Eingangsportal (17. Jh.) an der Südseite der Drackendorfer Kirche

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Drackendorf liegt am Rande des neuen Siedlungsgebietes Lobeda zwischen Lobdeburg und Einsiedlerberg. Mitte des 16. Jh. hat sich Drackendorf von der Urpfarrei Lobeda gelöst und wurde zusammen mit Rabis selbständige Parochie. Heute gehört es wieder zum Gemeindeverband Lobeda.

Der Ursprung der Kirche „Auferstehung Christi“ reicht bis in die romanische Zeit zurück. Aus der Gotik ist der Chor erhalten, allerdings ohne Gewölbe und ohne Maßwerk in den Fenstern. Das Langhaus, der Südanbau für den Herrschaftsstuhl (heute befindet sich dort die kleine Orgel) und der geschlossene achteckige Turmaufbau mit hoher Schweifkuppel und Laterne wurden laut Bauinschriften über den Türen 1653/1656 errichtet. Das an der Turmsüdseite mit Eierstabmotiven geschmückte Rundbogenportal aus dem 17. Jh. dient heute als Eingang in den Kircheninnenraum.

 

An der Nordseite der Kirche erinnern drei Gedenktafeln an die vielen Aufenthalte Goethes in Drackendorf bei der Familie Ziegesar, eine weitere Tafel an die Wirkungszeit des Vogelpastors Christian Ludwig Brehm, der von März bis Dezember 1812 als Pfarrer in Drackendorf tätig war. Nördlich der Kirche befinden sich die schlichten Gräber der Gutsherren von Ziegesar und von Helldorf. Außerdem gibt es drei Soldatengräber aus dem 1. und 2. Weltkrieg.

 

Innenausstattung

Chor linke Seite: Grabmale der Christiane Sophie von Ziegesar, geb. von Griesheim und der Amalie Christiane von Griesheim, geb. von Wolfersdorf. 

Chor rechte Seite: Grabsteine der beiden Pfarrer Johann Georg Thienemann (1711 – 1712) und Christian Eckhardt (1712 – 1727).

Orgel: um 1970 von Orgelbaumeister Günter Bahr aus Weimar gebaut, 1987 Wiederaufbau durch Wolfgang Nußbücker (Plau am See).

 

Restaurierung

1967: Entfernung von Bänken und Empore, Verlängerung der Fenster, Restaurierung Haupteingang, Vorbereitung der Gutsherrenloge als Orgelempore, neue Bestuhlung und Beleuchtung, schlichter Holzaltartisch.

1970-1990: Umbauten zur Nutzungserweiterung für das Neubaugebiet Lobeda: Erwerb von Taufstein und Kruzifix (hängend), beides aus Keramik von Heidi Manthey (HB Werkstätten für Keramik, Marwitz), Ausbesserung und Sicherung der Bleiglasfenster.

1996/97: Putzerneuerung bis zu 2 m Höhe, Drainage, neue Wandfarbe im gesamten Kirchenraum.

2015: neue Bestuhlung.

Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 1.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Fotos: Sabine Fricke


Kirche St. Barbara in Golmsdorf

St. Barbara-Kirche Golmsdorf Blick auf den Chorturm aus dem 15. Jh.
St. Barbara-Kirche Golmsdorf Blick auf den Chorturm aus dem 15. Jh.
Restaurierter Chorraum mit den Originalfarben an den Gewölberippen aus dem 15. Jh
Restaurierter Chorraum mit den Originalfarben an den Gewölberippen aus dem 15. Jh
Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten des Jenaer Glaskünstlers Fritz Körner aus dem Jahr 1935
Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten des Jenaer Glaskünstlers Fritz Körner aus dem Jahr 1935

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

In ihrer heutigen Form entstand die Kirche nach einem Umbau im Jahr 1685, nachzulesen auf der prächtigen Inschrift über dem Eingangsportal. Vom Vorgängerbau ist noch der Chorturm erhalten. Auch hier bei der einstigen Filialkirche von Beutnitz scheinen Stein- und Holzwerk aus einer Bauphase zu stammen. Die Hölzer des Fachwerkaufsatzes konnten auf das Jahr 1440 datiert werden. Die Stilmerkmale des Chorraumes - Kreuzrippengewölbe und Ostfenster sind ebenfalls diesem Zeitraum zuzuordnen. Zwei Urkunden aus den Jahren 1444 und 1445 verweisen auf eine Altarstiftung der Inkluse Elisabeth von Beutnitz für die Golmsdorfer Kirche.

Am Türgewände der Pforte auf der Nordseite des Chorraumes ist ein Steinmetzzeichen von Peter Heierliß zu entdecken. Sein Steinmetzzeichen ist auch an der Jenaer Stadtkirche, der Kirche in Ziegenhain und am Eingangsportal der Kirche "Unserer Lieben Frau" (Schillerkirche) zu finden.

 

Unter den wenigen alten Grabdenkmalen auf dem Kirchhof ragt ein Denkmal heraus. Es handelt sich hier um ein Frühwerk von Gottfried Semper, das dieser für seinen 1829 zusammen mit zwei Kommilitonen beim Überqueren der Saale bei Kunitz verunglückten Bruder Georg schuf.

 

Innenaustattung

Bemerkenswert ist die Gestaltung der Emporenbrüstungen mit Textstellen aus der Bibel. Diese Gestaltung verweist auf die von Herzog Johann Georg I. angestrebte Verbesserung der Bibelkenntnisse unter der Bevölkerung.

 

Im Rahmen der Renovierung 1935 schuf der Jenaer Glaskünstler Fritz Körner das Chorfenster mit der Darstellung des Guten Hirten. Fritz Körner gestaltete eindrucksvolle Glasfenster in Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Privathäusern. Am bekanntesten sind die Fenster in der Jenaer Stadtkirche, der Friedenskirche und im Jenaer Rathaus.  

 

Restaurierung

Seit 2012 erfolgt durch die Aktivitäten des Kirchbauvereins Golmsdorf-Beutnitz e.V. eine schrittweise Sanierung. Bisher konnten realisiert werden: statische Sicherung, Sanierung des Holztragwerkes von Dach und Turm, Restaurierung der Glockenläuteanlage und des Chorraumes.

Diese Arbeiten konnten vom Kirchbauverein mit 15.800€ unterstützt werden.

 

Text und Bilder: Claudia Persch

Luftbild: Steffen Graupner


Kirche St. Bartholomäus in Großlöbichau

Aussenansicht
Aussenansicht
Innenansicht
Innenansicht

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Die Kirche in Großlöbichau findet eine erste Erwähnung in einer Urkunde vom 20. März 1252.

 

Die Umfassungsmauern des Langhauses stammen aus der romanischen Erbauungszeit. Das zeigt auch der mächtige Triumphbogen und das kleine romanische Eingangsportal in der Nordwand, in dem sich eine Inschrift befindet mit der Jahreszahl 1347, die sich auf den Abriss der romanischen Apsis und den Anbau des gotischen Chores bezieht. Dieser wurde um 1500 umgestaltet. 

Das Glanzstück der Kirche ist der spätgotische Flügelaltar mit einer bemerkenswerten Abendmahlszene in der Predella. Ob der Altar in einer anonymen Jenaer Werkstatt entstand, ist noch nicht gesichert. Weiterhin von Bedeutung ist die Grabplatte von 1633 der zweiten Ehefrau des berühmten Jenaer Juristen und Professors Peter Dietrich (Petrus Theodoricus).  Der Taufstein aus dem Jahre 1878 war eine Stiftung des damaligen Bürgermeisters von Wogau: dieser Ortsteil gehörte früher kirchlich zu Großlöbichau. Die Orgel wurde 1873 vom Blankenhainer Orgelbauer Adalbert Förtzsch errichtet.

 

Nach der politischen Wende konnten wesentliche Erhaltungsarbeiten an der Kirche durchgeführt werden: Neue Dacheindeckung, neue Fenster, neuer Fußboden im Altarraum, Sanierung der Orgel auf Initiative des Freundeskreises für den Erhalt der Orgeln in Klein- und Großlöbichau. 

Als letzte wichtige Maßnahme wurde die Sanierung des Mauerwerks mit Putz- und Malerarbeiten kürzlich beendet. Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 11.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Fotos: Eike Hertel