Kirche in Vierzehnheiligen


Altar mit Kanzel und Farbglasfenster
Altar mit Kanzel und Farbglasfenster
Orgel von Johann Georg Fink (1709)
Orgel von Johann Georg Fink (1709)
Im Turm-Erdgeschoß Teile des Kanzelaltars aus Rödigen
Im Turm-Erdgeschoß Teile des Kanzelaltars aus Rödigen

Historie

Die Entstehung der Kirche steht im engen Zusammenhang mit dem „Sächsischen Bruderkrieg“ zwischen Kurfürst Friedrich II. und seinem Bruder Wilhelm (1446-1451). Während des Krieges nahmen die Truppen Friedrichs die Burgen in Isserstedt und Dornburg ein; das Dorf Lützendorf mit der St. Nikolauskirche wurde zerstört, die Einwohner flohen (1450). Zum Zeichen der Sühne ließ Herzog Wilhelm eine Wallfahrtskirche bauen. Die Wallfahrt geht auf eine Quelle mit wundertätigem Wasser zurück. Im wüsten Lützendorf wurde die den vierzehn Nothelfern 1464 geweihte Kirche aus Steinen des zerstörten Isserstedter Schlosses gebaut und der Ort fortan „Vierzehnheiligen“ genannt. Die Wallfahrten endeten 1539. 

Im Laufe der Zeit erfolgten Umbauten an der spätgotischen Kirche. Ursprünglich befand sich an der Ostseite noch ein zweijochiger Chor, die Kirche besaß 14 Strebepfeiler und der Turm eine achteckige, 12 m hohe Spitze. 1775 brannte die Turmspitze ab und wurde in ihrer heutigen Form erneuert. Der Abriss des Chorraumes erfolgte 1801; nach der Schlacht bei Jena (1806) wurden die Wände getüncht, die Empore erneuert und das bunte Glasfenster über dem Altar eingebaut.

 

Innenausstattung

Im Inneren der Kirche gab es ursprünglich vierzehn Altäre mit gemalten Bildern der vierzehn Nothelfer. Diese wurden im Zuge der Reformation 1539 abgebaut und zerstört. 1709 erfolgt der Einbau einer Orgel von Johann Georg Fink (Jena). Anlässlich der 100-jährigen Gedächtnisfeier der Schlacht bei Jena erhielt die Kirche 1906 eine für diese Zeit übliche sakrale Raumausmalung in spätgründerzeitlichem Stil und ihr heutiges Hauptgestühl. 

 

Restaurierung

1987 erfolgte eine Not-Reparatur des Daches, von 1995 bis 1998 eine komplette Schwammsanierung des Dachstuhles mit anschließender Schieferdeckung. Bis 2001 konnten alle Fenster incl. des farbige Bogenfenster über dem Altar durch Spendengelder repariert werden. Es folgten bis 2006 der Einbau einer elektrischen Läuteanlage, die Innenraumsanierung und die Erneuerung des Fußbodens. Das Gestühl wurde so umgebaut, dass man es flexibel anordnen kann. Bis 2010 konnte die Orgel saniert sowie das Epitaph und das Holzschnitzbild mit Abendmahlsdarstellung restauriert werden.

 

Text: Christiane Gessner, Fotos: Günter Widiger