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Melanchthonhaus in Jena am Hornberg

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Historie

Außenstehende erkennen das 1929 eröffnete Melanchthonhaus häufig gar nicht als Kirchengebäude. Ohne Kirchturm und Glocken wurde das Gemeindehaus am Hornberg nahe dem Westbahnhof bewusst in die Mitte der Hornstraße gesetzt. Hier sollten sich Christen sowohl aus dem unten gelegenen Arbeiterviertel der Schott-Werke als auch aus dem oberen akademischen Villenviertel versammeln. In Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs sollte das Gemeindehaus die unterschiedlich geprägten Wohnviertel erreichen und verbinden.

Der Neubau veranlasste kirchenkritische Kreise der Arbeiterschaft zu Protestflugblättern. Dementsprechend waren die ersten Jahrzehnte von den politischen Auseinandersetzungen der Zeit geprägt. So galt das Melanchthonhaus in Weimarer Republik und Nazizeit als Versammlungsort der Religiösen Sozialisten und der Bekennenden Kirche. Das Gemeindeleben wurde in der DDR vorrangig von der älter werdenden Generation geprägt. Junge Familien zogen bevorzugt nach Neulobeda, weil das Arbeiterviertel am Melanchthonhaus stark mit Umweltverschmutzung und Verfall zu kämpfen hatte.

Innenausstattung

Bauhauselemente prägen den Stil des Melanchthonhauses. Der Gottesdienstsaal, im schlichten Weiß, ist seit seiner Errichtung multifunktional konzipiert. Der Altarraum ist abbaubar, so dass der Raum auch für außergottesdienstliche Veranstaltungen wie Feste, Vorträge oder Feiern umgebaut werden kann. Prägende moderne Kunstwerke sind das markante Kreuz und die Dreifaltigkeitsplastik der Künstlerin Elly-Viola Nahmmacher (1913-2000), welche die Künstlerin der Gemeinde schenkte. Die Kirchenmusik, die eine wichtige Rolle im Gemeindeleben spielt, wird durch die Orgel, die 1989 eingebaut wurde, und den Bechsteinflügel unterstützt. Neben der unteren Kinderetage gibt es noch einen Seminarraum.

Restaurierung

Grundlegend änderten sich die Bedingungen seit den 1990er Jahren, da sich das einstige Arbeiterviertel zu einer beliebten Wohngegend für Familien entwickelte. Dadurch verlagerten sich die Schwerpunkte des Gemeindelebens stark, weil nun vor allem die Arbeit mit Familien und Kindern in den Mittelpunkt rückte. Die Kinderräume im Keller wurden um weitere Räume und eine Küche erweitert, so dass Kinder und Jugendliche hier ihre Heimat fanden und finden. 2015 wurde mit der Innen- und Außensanierung der Fenster und der Pfarrwohnung begonnen.

Text: Andreas Hilpert, Fotos: Rainer Hanemann und Johannes Bilz

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