St. Georg Kirche in Nerkewitz


Ansicht von Süden
Ansicht von Süden
Kanzelaltar
Kanzelaltar
Beispiel zur Seccomalerei: Weltgericht und Apostelkolleg an der Ostwand des Chorraumes
Beispiel zur Seccomalerei: Weltgericht und Apostelkolleg an der Ostwand des Chorraumes

Historie

Erstmalig wurde der Ort am 24. Aug. 1044 urkundlich erwähnt. Die Kirche, damals gewiss bereits vorhanden, erhielt wahrscheinlich im 14. Jh. ihren Turm, als viele romanische Kirchen zu Chorturmkirchen umgebaut wurden. Eine bauliche Veränderung des Kirchenschiffes erfolgte im 16. Jh. Auf dem Bogen über der Tür zur Südempore ist die Jahreszahl 1554 eingemeißelt. Zu dieser Zeit gehörte Nerkewitz zur Komturei Zwätzen des Deutschritterordens. Hiervon zeugt auch ein Grabstein des Deutschritters Johannes Schmalz an der Stufe zum Chorraum aus dem Jahre 1562. Die heutige barocke Gestalt erhielt die Kirche nach ihrem letzten Umbau um 1720.

 

Innenausstattung

Ein Kleinod der Kirche sind die figürlichen Wandmalereien im Chorraum. Sie entstanden wahrscheinlich an der Wende vom 14. auf das 15. Jh. Für die damals des Lesens unkundigen Gottesdienstbesucher schufen sie an der Ostwand den liturgischen Rahmen für das Messgeschehen am Altar. Ganz oben eine Darstellung des Weltgerichtes: Christus mit dem Richtschwert im Mund, umrahmt von Posaune blasenden Engeln. An der Nordwand werden in mehreren übereinander liegenden Registern das Leben und die Leiden Christi illustriert. In der teilweise verblassten Malerei sind u. a. das letzte Abendmahl und der Judaskuss noch zu erkennen. In der Spitze der Südwand wird der Namenspatron der Kirche, der heilige Georg, im Kampf mit dem Drachen bei der Rettung der Königstochter dargestellt. Im Register darunter erkennt man die fünf törichten Jungfrauen. 

Zur barocken Innenausstattung des Kirchenraumes gehört der Kanzelaltar des Neuengönnaer Zimmermanns Zacharias Richter aus dem Jahre 1721. Unter dem oberen Gesims befindet sich die kuriose Inschrift "Zu dieser Cantzel hat die Gemeinde Nerkewitz 40 Florin (Goldgulden) hinterleget". Die Orgel wurde im Jahr 1776 wahrscheinlich vom Orgelbaumeister Johann Georg Molau aus Großbrembach errichtet.

 

Restaurierung

Im Zeitraum von 1984 bis 1986 wurde der gesamte Kirchenraum restauriert. Dabei wurden auch die vormals übermalten Wandmalereien wiederhergestellt. Aufgrund eines Hausbockbefalls musste im Jahr 2011 der Dachstuhl des Kirchturms teilweise erneuert werden. Im Jahre 2019 wurde wegen starken Anobienbefalls (bekannt als Holzwurm) am Kanzelaltar eine Begasung des Kircheninnenraumes durchgeführt. Im gleichen Jahr wurden die Dachgauben saniert. Im Jahre 2021 wurde die Sanierung des äußeren Aufgangs abgeschlossen.  

 

Text: & Fotos: Erhard Döpel