Kirche in Kötschau

Kirche mit Teil des Friedhofs
Kirche mit Teil des Friedhofs
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zum Altar und zur Kanzel
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Blick zur Orgel mit erneuerter Ornamentik an den Emporen
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.
Vorreformatorische Sakramentsnische mit Kielbogen und Blendmaßwerk, Anfang 16. Jh.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

In einer Kaiserurkunde des Jahres 1183 wird bestätigt, dass dem Kloster Altzelle bei Meißen zwei Hufen in dem Dorf Kötscbau übergeben worden sind. Die Kapelle des Ortes wird 1259 ausdrücklich erwähnt. 

Der größte Teil der Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Damals lebte im Kötschauer Gut die Familie von Lynker. Wahrscheinlich haben sie großen Einfluss auf die Gestaltung der Kirche gehabt. Die klassizistische Ausmalung kam Ende des 18. Jahrhunderts in die Kirche. Der barocke Kanzelaltar ist mit Ähren und Weintrauben verziert. Man findet auch die typischen Palmwedel rechts und links neben der Kanzel. Über der Kanzel ist das Auge Gottes zu sehen. In besonderer Weise ist das Abendmahl in Form des Sakramentshäuschens und der Bemalung präsent. Zudem bekamen die Gemeinden Hohlstedt und Kötschau 1634 einen Kelch und eine Patene (Silber vergoldet) geschenkt. Der Kelch trägt die Aufschrift: "Herr Bernhardt Herzogk zu Sachsen Julich Cleve und Bergk etc. hat den Gotteshäuseren Holstedt und Kötzschau diesen Kelch verehret den 7 January Ao 1634".

Durch eine Fliegerbombe wurden am 24. März 1944 die Dächer des Ortes beschädigt, auch das der Kirche. Erst zu Beginn der 1950er Jahre wurde ein großes Loch im Dach geschlossen.

 

Innenausstattung

Anzunehmen ist, dass der spätmittelalterliche Taufstein und der Sakramentsschrein aus der mittelalterlichen Kirche stammen. Der Korpus vom Kreuz in der Winterkirche stammt von der Künstlerin Elly Viola Nahmacher. Die Glocke wurde von der Fa. Schilling, Apolda 1884 gegossen.

Künstlerisch bedeutend ist außerdem die Orgel von Johann A. Christoph Gerhard, errichtet im Jahre 1824. Das Orgelprospekt fiel 1917 dem 1. Weltkrieg zum Opfer.

 

Restaurierung

Als erster Schritt der Renovierung wurde Ende der 1990iger Jahre eine Drainage um die gesamte Kirche gelegt. Danach konnte die alte Winterkirche vergrößert werden, über der Raumdecke wurde ein Podest eingebaut. Durch diese Maßnahme dominiert die Loge der Gutsbesitzerfamilie nicht mehr so stark den Kirchenraum. 

Durch das zerstörte Dach und die eindringende Feuchtigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich unbemerkt der Hausschwamm ausgebreitet. Im Laufe der Jahre verpilzten Verputz und Teile der Empore. Das machte es nötig, dass im Jahre 2000 und danach ein großer Teil des Putzes erneuert, der Hausschwamm bekämpft und die Emporen restauriert werden mussten. Die Arbeiten wurden von engagierten Gemeindegliedern, Fachfirmen und einem Restaurator ausgeführt. Die Erneuerung des Orgelprospektes im Jahre 2018 war der vorläufige Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Kötschauer Kirche.

Diese Arbeiten konnten vom Jenaer Kirchbauverein mit 4.000 Euro unterstützt werden.

 

Text und Foto der Sakramentnische: Volker Bachmann

Andere Fotos: Gerhard Jahreis