Dreifaltigkeitskirche in Burgau

Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Dreifaltigkeitskirche in Jena-Burgau mit dem ehemaligen Pfarrhaus im Hintergrund.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Barocker Kanzelaltar im Altarraum.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die  Poppe-Orgel von 1796.
Kirchenschiff mit historischem Mosaikfußboden, neuer Bestuhlung und Sicht auf die Poppe-Orgel von 1796.

In Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021 veröffentlichen wir in loser Folge Dokumentationen über alle Kirchen im Kirchenkreis Jena. Mit dabei sind jene, die wir in den vergangenen Jahrzehnten fördern konnten, aber auch diejenigen, die die Hilfe unseres Vereins bisher noch nicht in Anspruch nehmen mussten / genommen haben.


Historie

Die einschiffige Kirche wurde von 1701 bis 1703 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der Stifter war Friedrich von Kospoth (1630-1701), Pächter des Kammergutes Burgau. Er starb 1701, im gleichen Jahr, in dem er den Grundstein für die Kirche gelegt hatte. Seine Ehefrau Johanna Sophia führte den Bau zu Ende. Am 23. Oktober 1703 wurde die Kirche durch den Jenaer Superintendenten Michael Zulichen geweiht. Der mumifizierte Leichnam Friedrich von Kospoths war vorher in der Krypta unter dem Altarraum beigesetzt worden.

Um 1880 wurde das Kircheninnere verändert: Der helle Farbanstrich an den Wänden wurde durch braungraue Steinimitationen ersetzt. Kanzelaltar und Orgelprospekt erhielten Farbfassungen in Form von Holzimitationen. 

 

Innenausstattung

Der acht Meter hohe Kanzelaltar ist das eindrucksvollste Ausstattungsstück. Auf der Westempore befindet sich die Orgel, die 1796 vom Orgelbauer Christian Friedrich Poppe (1751-1812) aus Stadtroda errichtet wurde. Sie besitzt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Über dem Taufstein von 1798 schwebt ein barocker Taufengel. Chorraum und Teile des Kirchenschiffs ziert ein historischer Mosaikfußboden. Zur wertvollen Ausstattung zählt auch das Epitaph für Friedrich von Kospoth an der Nordwand im Altarraum, das noch der Restaurierung bedarf.

 

Restaurierung

Als Folge massiver Bauschäden drohte Anfang der 1990er Jahre der Turm auf das Kirchenschiff zu stürzen. Umfangreiche Stabilisierungsarbeiten für Turm und Tragwerk des Kirchendachs dauerten bis 1998. In der ersten Dekade der 2000er Jahren erhielt der Innenraum wieder sein ursprüngliches barockes Aussehen mit hellbeigen Farben an Wänden und Decke sowie Vergoldungen an den Säulenkapitellen. Auch Kanzelaltar, Taufengel und Orgelprospekt wurden auf ihr barockes Aussehen zurückgeführt. Anstelle der Bänke im Kirchenschiff trat eine variable Bestuhlung. Der historische Mosaikfußboden wurde saniert und grundhaft gereinigt. Für die Restaurierung der wertvollen Poppe-Orgel liegen Gutachten und Kostenangebote vor. Aufgrund ihrer guten Akustik soll die Kirche zukünftig verstärkt auch als Konzertkirche genutzt werden.

 

Dass das Kircheninnere wieder im alten Glanz erstrahlt, ist wesentlich der großzügigen finanziellen Unterstützung durch eine Mäzenin aus Bayern zu danken, die als Kind in Burgau lebte. Für ihre langjährige Unterstützung sind ihr die Mitglieder der Bonhoeffergemeinde sehr dankbar.

Aber auch der Kirchbauverein konnte mit 1.200€ unterstützen.

 

Text und Fotos:  Traugott Keßler