St. Trinitatis Kirche in Beutnitz

Blick von Süden auf die St. Trinitatis-Kirche, das wohl älteste Bauwerk im Gleistal
Blick von Süden auf die St. Trinitatis-Kirche, das wohl älteste Bauwerk im Gleistal
Blick nach Osten in den Chorraum aus dem 14.Jh. mit dem noch aus dem Vorgängerbau stammenden Triumpfbogen und der Kanzel aus dem Jahr 1613
Blick nach Osten in den Chorraum aus dem 14.Jh. mit dem noch aus dem Vorgängerbau stammenden Triumpfbogen und der Kanzel aus dem Jahr 1613
Das Türblatt an der Südseite stammt aus der Zeit des spätgotischen Umbaus
Das Türblatt an der Südseite stammt aus der Zeit des spätgotischen Umbaus

In Vorbereitung auf das  25-jähriges Bestehen des Jenaer Kirchbauvereins 2021, veröffentlichen wir in loser Folge Berichte unseres Stv. Vorsitzenden Prof. Gerhard Jahreis über Kirchen, die wir in den Jahren fördern konnten.


Die Beutnitzer Kirche ist wahrscheinlich das älteste Gebäude im Gleistal.  

Bei archäologischen Grabungen im Jahr 2010 wurden im Chorraum die Fundamente einer romanischen Apsis des Vorgängerbaus entdeckt.

Der Turm ist mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Über dem gewölbten Chorraum befinden sich noch zwei weitere Geschosse. Neben einem Zugang vom Dachraum befindet sich an der Ostseite in Höhe des ersten Obergeschosses eine Pforte, die als Außenzugang offensichtlich über eine Art Zugbrücke zugänglich war. Bedeutsam am Turm ist auch das verschieferte Fachwerkobergeschoss, das bisher das älteste seiner Art in Thüringen ist.

Das jetzige Kirchenschiff erfuhr mehrere Umbauten. Aus spätgotischer Zeit sind der Wendelstein, der zu einer Westempore führte und das Portalgewände erhalten. Die Gestaltung des Eingangsportales findet sich in ähnlicher Form an der Jenaer Stadtkirche wieder.

  

Der ehemals zweischiffige Innenraum erhielt seine jetzige Form als Saal mit Emporen und Tonnendecke im Jahr 1696. Die Kanzel steht jetzt an der Stelle, an der sich einst die schiffsteilende Arkadenwand befand. Der Triumphbogen stammt noch vom romanischen Vorgängerbau.

 

In der Zeit von 1402 bis 1445 lebte an der Beutnitzer Kirche eine Inkluse. Aus der ersten Hälfte des 15. Jh. haben sich 15 Urkunden erhalten, welche die Inkluse Elisabeth († nach 1445) über vier Jahrzehnte nachweisen. Unterstützt vom Naumburger Bischof hatte sie 1402 mit dem Bau einer Klause begonnen. Die Klause, in die sie eingemauert wurde, befand sich an der Außenmauer der Beutnitzer Kirche und war der Jungfrau Maria geweiht. Die Stiftung mehrerer Altäre so auch des Trinitatis-Altares fallen in die Zeit ihres Wirkens. Zu den Stiftern zählten nicht nur die Meißener Markgrafen, sondern auch der Landgraf Friedrich der Friedfertige.

 

In fast 20-jähriger Bautätigkeit beginnend nach der Wende wurde die Kirche mit viel Engagement und Eigenleistungen der Kirchgemeinde saniert. 2012 wurde die Orgel wieder spielbar gemacht und 2016 die Kanzel restauriert. Beitrag des KBV?