Barocker Schatz soll wieder erklingen

Wolfgang Zitzmann (I.) und Otto Haueis (r.) vom Jenaer Kirchbauverein überbringen eine Finanzspritze in Höhe von 4000 Euro für die Sanierung der Zimmritzer Kirche. Foto: Annett Eger
Wolfgang Zitzmann (I.) und Otto Haueis (r.) vom Jenaer Kirchbauverein überbringen eine Finanzspritze in Höhe von 4000 Euro für die Sanierung der Zimmritzer Kirche. Foto: Annett Eger

OTZ: ln der Kirche "Christi Himmelfahrt" in Zimmritz ist in den vergangenen Jahren viel passiert. Jetzt setzt die Kirchgemeinde alles daran, die seit Jahrzehnten verstummte Orgel wieder erklingen zu lassen.

 

Wie die Zimmritzer Orgel klingt, daran können sich im Ort wohl nur noch wenige erinnern", erzählt Hans-Hermann Voigt. Er selbst lebe seit fast 40 Jahren auf dem Gebirge und kenne das Instrument nur verstummt. Froh ist er deshalb, dass nun die Sanierung an Fahrt gewinnt. Der Startschuss für das Projekt ist nämlich schon 2009 gefallen. "Der Anfang war schwierig", erzählt er und erklärt dies mit den dürftigen Informationen zur Orgel. "Lange Zeit wussten wir nichts über den Erbauer und damit über die Bauzeit.

Licht ins Dunkel brachte ein Blick ins Kirchenarchiv in Kahla. "Zimmritz gehörte einst zum Pfarramt Orlamünde. Die Unterlagen befinden sich heute in Kahla", erklärt Voigt.

 

Viel spannender aber ist ein Fund, auf den Orgelbauer Joachim Stade im Windbalken der Orgel gestoßen ist. Dort fand er ein Schriftstück aus dem Jahr 1759, das Christian Wilhelm Christoph Tröbst aus Weimar als Erbauer der Orgel benennt. Er war der Sohn von Heinrich Nicolaus Tröbst, der mit Johann Sebastian Bach befreundet war. "Unter diesen Gesichtspunkten geraten Orgel und damit auch das Restaurierungsziel in einen ganz neuen Blickwinkel", sagt Voigt. Großes Ziel ist es, bis 20 17 die Orgel in den Zustand von 1761 - die Jahreszahl findet sich mehrfach auf dem Prospekt wieder herzustellen.

 

Dass die neuen Erkenntnisse zur Orgel helfen, auch neue Türen zu öffnen, verschweigt er nicht. Unterstützung gab es gestern ganz aktuell vom Jenaer Kirchbauverein.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich die Kirchgemeinde mit einem Hilferuf an die Mitglieder gewandt. So hatten nicht bewilligte Mittel des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie ein gewaltiges Loch in den Finanzplan des zweiten Bauabschnittes gerissen. Wie Wolfgang Zitzmann, Schatzmeister im Jenaer Kirchbauverein, berichtet, musste der Vorstand nicht lange überzeugt werden. "2012 hatten Mitglieder eine Kirchfahrt durch die Region unternommen. Damals haben wir bereits erfahren, wie engagiert die Menschen in Milda und Umgebung sich für Ihre Kirchen einsetzen“, erklärte er.

 

Im Beisein von Otto Haueis, ebenfalls vom Jenaer Kirchbauverein, übergab er gestern 4000 für die Finanzierung des zweiten Bauabschnittes, der unter anderem die Restaurierung der historischen Holz- und Zinnpfeifen vorsieht. Die befinden sich derzeit in der Orgelbauwerkstatt in Waltershausen. Froh ist Voigt ebenso über die Unterstützung der Sparkasse Jena-Saale-Holzland sowie der Sparkassenstiftung.

Dankbar ist er auch der politischen Gemeinde, die bereits mehrfach Geld für die Orgelsanierung locker machte. Ohne die vielen Helfer wäre das Orgelprojekt nicht möglich", unterstreicht auch Pfarrer Mathias Rüß. Insgesamt werden für die Orgelrestaurierung 69.000 Euro benötigt.

 

Ersetzt wird die Zimmritzer Orgel noch von einem Harmonium. Gottesdienste finden in Zimmritz einmal im Monat, sonnabends um 18 Uhr statt. "Der Zimmritzer Kirchgemeinde gehören 56 Kirchenglieder an. Zehn bis zwölf besuchen regelmäßig die Gottesdienste", sagt Hans-Hermann Voigt.

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